Salvia Divinorum Workshop

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Zaubersalbei - Was ist dran? Wie wirkt es, was macht es? Diskussion rund um die Pflanze; Aktuelle zur Diskussion Genuss- oder Arzeimittel?

So sieht Salvia Divinorum aus

Salvia divinorum (umgangssprachlich z.B. Wahrsagesalbei) ist der botanische Name einer immergrünen, staudenförmigen Pflanze.

Der psychoaktive Wirkstoff der Pflanze ist das Salvinorin A, ein Diterpen, das schon in geringen Mengen eine starke halluzinogene Wirkung auslösen kann. Salvinorin A gilt als das potenteste natürlich vorkommende Halluzinogen.

Der Aztekensalbei ist ursprünglich in der Sierra Mazateka im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca beheimatet. Dort wird er von den einheimischen Mazateken seit langer Zeit in schamanischen Zeremonien verwendet. Von den Curanderos, den mazatekischen Heilern, wird er auf zwei Arten verwendet. In niedrigen, nicht halluzinogenen Dosierungen dient es der Behandlung diverser körperlicher Beschwerden. In deutlich höheren Dosierungen dient es der Induktion eines Rauschzustandes mit lebhaften Visionen. Salvia divinorum wird von den Mazateken nur im Rahmen dieser Heil- und Wahrsagerituale eingesetzt. Es wurde behauptet, dass der Aztekensalbei identisch mit der rituellen Pflanze Pipiltzitzintl der Azteken sei.

In der westlichen Welt ist seit den 1980er Jahren ein deutlicher Anstieg des Interesses an Salvia divinorum zu beobachten. Im ethnobotanischen Fachhandel sind frische und getrocknete Blätter sowie konzentrierte Extrakte der Pflanze erhältlich. Bekannte Erforscher des Aztekensalbei sind Richard Gordon Wasson und Albert Hofmann. Hofmann schreibt in seinem Buch LSD – mein Sorgenkind auch über seine Suche nach Salvia divinorum.

Dokumentation

Der Workshop wurde auf Video aufgezeichnet und befindet sich zur Zeit im Schnitt. Wenn du an der Aufnahme interessiert bist, kannst du dich auf der Entheogenen Mailingliste einschreiben und eine Benachrichtigung erhalten. Wie das mit der Mailingliste funktioniert, findest du am Ende dieser Seite.

Wann

  • 15.02.2008 ab 18 Uhr

Location

  • Zeitpunkt: 15. Februar 2008 - 18 Uhr
  • Ort: Offene Uni BerlinS, Haus 20, Phillipstr. 13, 10115 Berlin
  • Raum: entweder im Cafe ode im Seminarraum, 2ter Stock
  • eMail-Kontakt: entheogene(at)yahoogroups.de - (at) bitte durch @ ersetzen.
  • Mitmach-Webseite: http://kuerzer.de/salviaworkshop

Wege zur Offenen Uni BerlinS

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  • 1: Philippstr. 13, [Hauptzugang]
  • 2: Hannoversche Str. 27, [zugänglich: Mo-Fr, 5-20 Uhr]
  • 3: Claire-Waldoff-Str. (Dreispitzpassage), [zugänglich: Mo-Fr, 5-20 Uhr]
  • 4: Luisenstr. 56, [zugänglich: Mo-Fr, 5-20 Uhr]

Inhaltsverzeichnis


Was genau

Für uns als Referent steht Tibor Harrach von Eve&Rave für alle Fragen zur Verfügung. Zuvor gibt es eine kurze Abhandlung zum Thema.

Hintergrundmaterial

Substanz

Salvia divinorum (umgangssprachlich z.B. Wahrsagesalbei) ist der botanische Name einer immergrünen, staudenförmigen Pflanze. Sie enthält als psychoaktiven Inhaltsstoff Salvinorin A, ein Diterpen in allen Pflanzenteilen (Blätter = höchste Konzentration). Salvinorin A ist das (zur Zeit bekannte) potenteste natürlich vorkommende Halluzinogen. Schon 1 mg kann starke Wirkungen hervorrufen. Die Konzentration in den Blättern beträgt rund 0.8-4 mg/g. Der Wirkstoffgehalt kann jedoch schwanken. 0.2-0.4 g getrocknete Blätter können geraucht bereits das volle Wirkungsspektrum entfalten. Die Intensität ist aber von der Rauchtechnik abhängig.

Man kann auch frische oder getrocknete Blätter kauen (bitter!). Dabei wird der Saft nicht geschluckt, da die Wirkstoffe nur über die Mundschleimhaut aufgenommen werden. Die Blattanzahl für einen Priem („Schwellendosis“) liegt bei 6 frischen mittelgrossen Blättern. Um einen deutlicheren Effekt zu erlangen, können auch 8–10 Blätter eingenommen werden. Manche Personen scheinen aber wesentlich mehr zu benötigen.

Es gibt Extrakte (Salvia XXL, 5X, 10X), die um ein vielfaches stärker als die Blätter (z.B. 5X=5 mal stärker) sind. Es existieren auch Tinkturen für die orale Aufnahme.

Wirkung

Beim Rauchen dauert die Hauptwirkung meist 5-15 Minuten und setzt etwa nach 30 Sekunden-1 Minute ein. Der Peak liegt etwa bei 2 Minuten. Beim Kauen dauert die Wirkung 30 Minuten - 1 Stunde. Danach klingt die Wirkung langsam aus. Die Wirkungen sind im mittleren Wirkungsbereich teilweise Pilz- oder LSD-ähnlich. Aber insgesamt ist die Wirkung des Salvinorin kaum mit anderen Halluzinogenen oder psychoaktiven Substanzen zu vergleichen. Bei hohen Dosen kann es zu vielfältigen Wahrnehmungsveränderungen kommen:

extreme Persönlichkeitsveränderungen, "Kontakt zu anderen Wesen", Zeitreisen, totale Körperverformung, veränderte Geometrie-Wahrnehmung, Trennung des Bewusstseins vom Körper, Erfahrung paralleler Realitäten, Denkstop, evtl. "Optiken", "ziehende Kräfte" am Körper, Lachanfälle und vor allem ein "Heraustreten" aus der bekannten Realität. Alle diese Wirkungen werden als klar und vor allem real erfahren.

Kurzzeit- nebenwirkungen

Manchmal treten extreme Schweißausbrüche auf. Besonders bei unerfahrenen KonsumentInnen oder bei unerwartet starker Wirkung kann leicht Angst, Panik und vor allem Desorientierung auftreten. Mitunter laufen User dann umher, ohne dabei auf die Umgebung zu achten. So kann es zu Unfällen kommen. Es besteht also eine reale Gefahr, sich ohne Begleitperson unabsichtlich körperlich zu verletzen, auch wenn dieser Zustand nicht sehr lange anhält. Es kommt auch vor, dass der oder die Konsumierende teilweise gar nicht mehr weiß, dass er/sie eine Droge genommen hat. Diese Nebenwirkungen sind dosisabhängig.

Langzeit- nebenwirkungen

Das Rauchen ist für die Lunge schädlich. Weitere Langzeitwirkungen sind bisher nicht bekannt. Allerdings ist Salvia auch noch nicht gut erforscht. Wie bei jedem Halluzinogen könnten evtl. Psychosen bei Personen mit latenten (= verborgenen) psychische Probleme ausgelöst werden.

Wechsel- wirkungen

Ein starker Salviatripp überdeckt meist alle bekannten Drogen. Allerdings kann es zu Wirkungsverstärkung (Vorsicht z.B. bei Pilzen oder LSD) und Wirkungsveränderung kommen. Besonders mit Salvia unerfahrene KonsumentInnen sollten Abstand von Mischkonsum nehmen.

Safer use

Salvia wirkt beim Rauchen je nach Einnahmeform sehr unterschiedlich (Joint = schwach, Pfeife = mittel, Bong = bis extrem stark). Deshalb bei neuer Konsumform immer erst niedrig dosieren.

Die Wirkung setzt sehr schnell ein, deshalb sollte das Rauchgerät sofort nach dem Rauchen sicher deponiert, oder noch besser von einer anwesenden Person abgenommen werden. Sonst kann es leicht zu Feuer- oder Wasserschäden kommen. Am besten ist es, das Rauchgerät nach einem langen tiefen Zug sofort sicher abzustellen und nicht für weitere Züge in der Hand zu behalten, da die Drogenwirkung sehr abrupt einsetzen kann.

Salvia hat extreme psychische Wirkungen. Der Konsument / die Konsumentin erfährt mitunter eine komplett andere Realität, nach der er / sie dann möglicherweise auch handelt. Deswegen sollte besonders bei unerfahrenen Userm (später möglichst auch) UNBEDINGT eine Begleitperson anwesend sein! Auch wenn man ein Extrakt unbekannter Stärke oder eine hohe Dosis konsumiert, ist dies sehr empfehlenswert. Unfälle scheinen bisher das einzige Problem darzustellen, sind aber vermeidbar. Anwesende Personen stören meist. Deshalb sollte möglichst nur eine Begleitung anwesend sein, die sich ruhig verhält.

Salvia divinorum ist keine Partydroge. Es kann auch sein, dass Salvia erst nach ein paar Versuchen richtig wirkt. Der Konsument / die Konsumentin sollte selbst eine ruhige und ungefährliche Lage einnehmen (liegen oder sitzen). Salvia divinorum ist kein Spielzeug, sondern eine extrem potente Droge und sollte deshalb nur mit äußerster Vorsicht genossen werden. Wer psychische Probleme hat oder jünger als 21 Jahre ist, sollte von Salvia die Finger lassen.

Female Special

Da die gleiche Dosis bei Frauen aufgrund von geringerem Körpergewicht oder kleinerer Statur meist stärkere Wirkung hervorruft als bei Männern, steigen möglicherweise auch die Risiken. Also etwas geringer dosieren!

Während Schwangerschaft und Stillzeit solltest Du vorsichtshalber auf den Konsum von Salvia Divinorum verzichten!

Diese Informationen stellen keine Anleitung oder Motivation zum Drogenkonsum dar! Salvia divinorum unterliegt nicht dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Besitz, Erwerb und Handel sind nicht strafbar. Das bedeutet allerdings nicht, dass diese Substanz (der Wirkstoff) ungefährlich ist und risikofrei konsumiert werden könnte!

Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dennoch können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Die Drug Scouts übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch irgendeine Art der Nutzung der Informationen dieses Textes entstehen.

Quelle: Drugscouts Leipzig Substanzinfo Webseite

Weblinks


Weiterhin in dieser Veranstaltungsreihe

vorbei:

  • 7.-9. März 2008: Ausflug nach Wien, Teilnahme an der Demo für eine vernünftige und effektive Drogenpolitik und UNO Drogenkonferenz
  • 15. Februar 2008 11-13 Uhr: Geplante Demo der LAG Drogen Berlin, der Grünen Jugend und anderen am 15.02.08 von ca. 11 – 13 Uhr vor dem Bundesrat (Nordeingang, Leipzigerstrasse)
    • 18 Uhr: Salvia Divinorum Workshop
      • Zaubersalbei - Was ist dran? Wie wirkt es, was macht es? Diskussion rund um die Pflanze; Aktuelles zur Diskussion Genuss- oder Arzeimittel? Mit Tibor Harrach.
  • 25. Januar 2008, 20 Uhr: Drogenerkennung im Strassenverkehr Workshop. Wie geht die Polizei vor, worauf muss ich achten? Infos und Tipps zum Umgang mit der Polizei. Mit dem Autonomen Drogeninfostand.
  • 16. November 2007, 18 Uhr: Über das Konzept des Cannabis Social Club. Aus Spanien kommt ein neues interessantes Modell für die Deckung des Eigenbedarfs für volljährige Menschen. Das Modell beinhaltet einen nicht-kommerziellen Verein und kontrolliertes Anbauen. Vorstellung, Infos, Planung. Mit Martin Steldinger.
  • 26. Oktober 2007, 18 Uhr: Drogenerkennung im Strassenverkehr Workshop. Wie geht die Polizei vor, worauf muss ich achten? Infos und Tipps zum Umgang mit der Polizei. Mit dem Autonomen Drogeninfostand.
  • 19. Oktober 2007, 18 Uhr: Informationsverhalten von Nutzern die sich im Internet über Drogen informieren - dazu Informations-Desinformationspolitik der Bundesregierung am konkreten Beispiel. Mit Hans Cousto.

2006

2005


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